Hässig & Badmon: 2 Schweizer Streetwear-Marken, die 2026 den Ton angeben

Kein Billboard in Mailand. Kein Showroom in Paris. Trotzdem machen Hässig und Badmon gerade etwas, das die meisten grossen Labels seit Jahren versuchen und nie ganz hinbekommen: Sie klingen nach einem Ort. Während globale Hype-Zyklen Trends im Wochentakt durchjagen und jede neue Kollektion sich anfühlt wie eine Variante der letzten, funktioniert die Szene hier anders. Kleiner. Bewusster. Tief verwurzelt in echter Community, in konkreten Strassen, in Dialekten, die man ausserhalb der Stadtgrenzen kaum versteht. Zwei Labels zeigen 2025/2026, wie das klingt und aussieht. Hässig aus Bern und Badmon aus Zürich: unterschiedliche Städte, unterschiedliche Energie, dieselbe Überzeugung.

Badmon Zürich Streetwear

Hässig (Bern): Dialekt als Identität

Seit 2015 arbeitet das Berner Label mit Schweizerdeutsch, Frakturschrift und einer Art gestalterischer Sturheit, die man nur aufbringen kann, wenn man wirklich nicht versucht, jemandem zu gefallen. Hässig ist keine Modemarke im klassischen Sinne — eher eine kulturelle Haltung, die zufällig auf Hoodies gedruckt wird. Hoodies, Shirts und Caps erscheinen in kleinen Mengen über ihren Instagram-Kanal @haess.ig und sind schnell weg. Nicht wegen eines Algorithmus, sondern weil die Menschen, die sie kaufen, es wirklich meinen. Weil sie das verstehen, das auf dem Stoff steht. Weil es ihr Ding ist und keines sonst.

Das ist die schwierigste Übung im Streetwear-Kontext: etwas so spezifisch zu machen, dass es gar nicht universell gemeint sein kann, und dann zu beobachten, wie genau das eine bestimmte Art von Aufmerksamkeit anzieht, die weit über Bern hinausreicht. Knappheit als Resultat von Überzeugung, nicht als Marketingstrategie. Das lässt sich fühlen.

Hässig Streetwear Bern Hoodie

Badmon (Zürich): Der Puls der Stadt

Badmon funktioniert auf einer anderen Frequenz. Rauer. Urbaner. Mit dem Timing eines Konzertveranstalters, der die Venue zwei Tage vorher ankündigt. Pop-ups kurzfristig, Kollaborationen mit Künstlern und Musikern, Stücke, die man spürt bevor man sie anzieht: limitierte B-Tek Jackets mit dem Gewicht einer Entscheidung, Rhinestone-Tees, das klassische Badmon-Logo, das in der Zürcher Szene längst so verankert ist wie ein bestimmter Club in einer bestimmten Strasse.

Wer @badmonzuerich folgt, begreift das ziemlich schnell. Diese Marke performt Streetwear-Kultur nicht, sie ist darin eingebettet, gewachsen aus ihr, nicht oben draufgesetzt. Laut, wo Hässig zurückhaltend ist. International im Blick, aber mit lokalem Charakter, der nicht verhandelt wird.

Badmon Zürich Streetwear Pop-up

Warum die Schweizer Streetwear-Szene Aufmerksamkeit verdient

Klein, aber welche Loyalität. Wer einmal bei einem Pop-up stand, ein limitiertes Piece ergattert hat, ein Stück trägt, das nur zwanzig andere Menschen besitzen: der behält es. Nicht im Sinne von Resale-Wert, sondern im Sinne von Bedeutung. Die Community rund um Hässig und Badmon baut nicht auf Follower-Zahlen auf, sondern auf echtem Dabeisein, auf geteilten Referenzen, auf Sprache, auf Sound, auf der sozialen Dynamik zweier Städte. Trotz 100 Kilometern Abstand kaum ähnlicher in ihrer kreativen Energie, kaum unterschiedlicher in ihrer Ausdrucksweise.

Das lässt sich nicht skalieren. Genau das macht diese Labels zu einem brauchbaren Kompass für alle, die verstehen wollen, wohin Streetwear wirklich steuert: weg von der Masse, hin zu Dingen, die irgendwo und irgendwann entstanden sind und das auch zeigen.

Schweizer Underground und Internationales kombiniert

Die meisten Schweizer Labels verkaufen direkt über Instagram oder Pop-up-Formate. Verfügbarkeit ist naturgemäss begrenzt, und das ist Teil des Gedankens. Wer eine Garderobe aufbauen möchte, die Lokales und Globales verbindet, findet bei Bloc Magasin eine durchdachte Auswahl internationaler Streetwear: Stone Island, CP Company, Vintage- und Pre-owned-Stücke, die sich natürlich zu dem verhält, was Hässig und Badmon machen. Stücke, die aufeinander reagieren, nicht konkurrieren. Die Kombination aus lokalem Drop und einem gut gewählten internationalen Piece ist derzeit der interessanteste Ausgangspunkt für einen Look mit echtem Gewicht. Folge uns auf Instagram für neue Ankünfte und Stücke, die es wert sind.

Fazit

Hässig und Badmon brauchen keine Masse, um etwas zu schaffen, das zählt. Beide haben echte Communities aufgebaut in Bern und Zürich rund um Mode, die für die Menschen, die sie tragen, tatsächlich etwas bedeutet. Das klingt selbstverständlich, ist es aber nicht. Und es ist seltener als es sein sollte. Beide verdienen Aufmerksamkeit. Für mehr über die Marken und Kollaborationen, die Streetwear gerade bewegen, lohnt sich ein Blick ins Bloc Magasin Journal.

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